Materialien „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ - Globales Lernen und Philosophie lernen





Buchhinweis







Bibliographische Angaben:

Ursula Bittner, Greenpeace

(Hrsg.)

Greenwashing – das

schmutzige Geschäft mit

deinem Gewissen

Ein Greenpeace-Report. Wie Konzerne &

Regierungen uns mit falschen Versprechen

täuschen: die Wahrheit über Klimaneutralität,

Zertifikate & Co

oekom Verrlag. Münschen 2025

ISBN 978-3-98726-159-6,

Auch als E-Book erhältlich.

 




ZUM BUCH:

Unter der Überschrift „Der ökologische Kollaps und die große Täuschung“ beschreibt die Herausgeberin wie Sie „Greenwashing“ einordnet.

 

Als Verteidiger:innen von Umwelt und Natur haben wir nicht die Oberhand, wenn es um Geld, Macht und Einfluss geht. Gerade bei solchen Gipfeln zeigt sich das besonders deutlich:Während wir mit den Mitteln derWahrheit und Gerechtigkeit kämpfen, greift die Gegenseite allzu oft zu unlauteren Mitteln.

Um einen wesentlichen Bestandteil dieserWerkzeugkiste der Zerstörung geht es in diesem Buch: Greenwashing. Seit ich bei Greenpeace tätig bin, aber auch schon lange zuvor, war Greenwashing ständiger Begleiter meiner Arbeit. Es geht längst nicht mehr darum, nur Bewusstsein für die Klima-, aber auch die Artenkrise zu schaffen, sondern darum zu erkennen, wer tatsächlich handelt und wer es lediglich vorgibt. Entscheidend ist zu analysieren, wer glaubwürdige Maßnahmen gegen die Klima- und Artenkrise ergreift – und wer nur symbolische Handlungen vornimmt und uns belügt.Es geht darum, Substanz von Rhetorik zu unterscheiden. Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir Greenwashing durchschauen, seine Wurzeln und Strategien kennen müssen. Denn so können wir auch andere Probleme unserer Gesellschaft und unseres Wirtschaftssystems verstehen, die echten Umweltschutz und die Transformation hin zu nachhaltigenWirtschafts- und Lebensweisen blockieren.

Darum möchte ich euch, liebe Leser:innen, mitnehmen auf eine Reise zu den Wurzeln der grünen Lügen, in die USA, nach Deutschland und Österreich, nach Brasilien und in viele weitere Regionen unseres Planeten. Eine Reise, die sich von den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis heute zieht.“ (S.7)

 

Der Begriff Greenwashing will klarmachen, dass von Umwelt und ihrer Verbesserung, die Unterstützung umweltgerechter Maßnahmen einerseits geredet, andererseits eine Umsetzung in die Praxis gar nicht beabsichtigt sind. („Der führende Kopf hinter der Greenwashing-PR des 20. Jahrhunderts war E.Bruce Harrison.Der »Pate des Greenwashings«,wie er oft betitelt wird, brachte unzähligen seiner PR-Kolleg:innen und Studierenden sowie einer ganzen Generation von Unternehmer:innen bei, wie man sich nach außen als nachhaltig und umweltbewusst darstellt, während umweltschädliche Geschäfte weiterlaufen.“ (S. 10))

 

Das Inhaltsverzeichnis verdeutlicht den Gedanken und Argumentationsgang.

 

 

Inhalt

Der Kontext

Der ökologische Kollaps und die große Täuschung 7

Earth Summit in Rio de Janeiro:Als Greenwashing global wurde 9

Die Geschichte der Nachhaltigkeit: Von der Forstwirtschaft zur globalen Leitidee 12

Von der Nachfrage nach Nachhaltigkeit 19

Zwischen Anspruch und Realität – die internationale Klima- und

Umweltdiplomatie 30

Die Geschichte

Der Weg ins Zeitalter des Greenwashings 34

Von Tierbabys und schmutzigen Handtüchern 34

Warum explodiert Greenwashing? 40

Die Wurzel allen Übels 43

Das System

Die Grundlagen des Greenwashings 50

Das Fundament der grünen Lügen 50

Konstrukteur:innen des grünen Lügengebäudes 80

Die Werkzeuge der Täuschung: 13 Greenwashing-Strategien 107

Zwei beliebte Greenwashing-Tricks: Gütezeichen und Kompensationen 118

Die Verbreitung

Das Who and How des Greenwashings 144

Die fossile Industrie 144

Die Plastikindustrie 164

Die Textilindustrie 177

Die Landwirtschaft 188

Von Zürich bis Belém: Grüne Anleihen für Abholzung und Sklavenarbeit 219

Die Finanzbranche 225

Die Rechtslage

Handlungsmöglichkeiten gegen Greenwashing 239

5

Der Ausweg

Echte Lösungen statt Ökobetrug 246

Gesetze,Wirtschaft und Einflussnahme 247

Systemische Alternativen von unten – Bürger:innen als Akteur:innen des

Wandels 261

Demokratie stärken,Aufklärung fördern – gesellschaftliche Voraussetzungen

zur Eindämmung von Greenwashing 266

Ausblick: Mut entsteht in Bewegung(en) 268

 

 zur Autorin:

 

Ursula Bittner ist Wirtschaftsexpertin und Organisationssprecherin bei Greenpeace, mit Schwerpunkten auf Greenwashing, Lieferketten, Handel sowie Biodiversität, Landwirtschaft und Demokratie. Sie hat einen Magister in Internationaler Entwicklung (Universität Wien), einen Abschluss in Internationalen Beziehungen (Diplomatische Akademie Wien) und einen Master of Business Administration (MBA, California Lutheran University, USA). Vor ihrer Tätigkeit bei Greenpeace gründete sie »Donau Soja« mit, einen Verein für eine nachhaltige europäische Eiweißversorgung. 2021 rief sie die Anti-Korruptions-Initiative »Saubere Hände – Stoppt Korruption« ins Leben. 2024 initiierte sie gemeinsam mit Julian Hessenthaler, Fritz Hausjell und Ramin Mirfakhrai den Verein »Ans Licht!«, der Whistleblower:innen schützen und unterstützen will.

 

 Der Umweltverein Greenpeace setzt sich weltweit für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur ein. Dabei werden sie von über drei Millionen Menschen unterstützt.“ (Quelle: Verlagsinformation)

 



 

 




Einordnung für die Bildungsarbeit

Die Thematik des Buches ist selbstverständlich Bestandteil von BNE in vielen Themen- und Unterrichtszusammenhängen.

Impuls für ein Einstieg in eine entsprechende Unterrichtssequenz (ab ca. Klasse 9):

Harrison nutzte diese Erkenntnis, um Unternehmen eine neue Strategie zu präsentieren: Statt sich offen gegen die Umweltbewegung und ihre Vertreter:innen zu stellen, wie er es bei Carson getan hatte, sollten sie Umweltthemen selbst aufgreifen und sich an ökologisch nachhaltigem Wirtschaften interessiert zeigen – oder vielmehr so tun, als ob.9 Dies war der Beginn der großflächigen Verbreitung dessen, was wir heute als Greenwashing kennen.Unternehmen unterstützten erstmalig Umweltinitiativen,jedoch oft nur oberflächlich,während sie hinter denKulissen aktiv gegen strengere Umweltauflagen arbeiteten.“ (S.. 15).

 

 

 




Martin Geisz, 2025