Materialien „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ - Globales Lernen


Buchhinweis


Stichworte: Weltfrieden, Krisen und Konflikte, Friedenspolitik






Bibliographische Angaben:



Michael Wolffsohn: Zum Weltfrieden. Ein politischer Entwurf. Mit Abbildungen. dtv premium. München 2015. 216 Seiten. ISBN: 978-3-423-26075-6




Zum Buch:










Der Autor hat Kriege und Krisen der Gegenwart im Blick. Im Blick hat er vor allem auch die vielen unterschiedlichen (erfolglosen) Versuche, so etwas wie den „Weltfrieden zu schaffen. „Wir sind heute ganz real mit dem Zerbröseln vieler Staaten, mit den damit verbundenen Kriegen und Konflikten konfrontiert. Wir haben es vor Augen. Es ist Empirie, Wirklichkeit. Die herkömmlichen Denkweisen, die traditionelle Politik scheinen es nicht verhindern zu können. Allein das ist ein logischer Grund, über Alternativen nachzudenken. Angesichts dieser Entwicklung erscheint das Unrealistische in einem anderen Licht. Man kann diese Welt nicht neu erfunden. Aber man kann auf richtig Gedachtes, doch Vergessenes zurückgreifen. Man kann noch einmal neu denken.Man kann falsche Konzepte den neuen Gegebenheiten anpassen. Frieden schaffen mit Kopfes Waffen. Das sei mit diesem Buch versucht“1 - formuliert der Autor seine Absichten am Ende des Vorworts zum Buch.

Sein Ausgangspunkt ist der krisenhafte Zustand der Welt mit zerbrechenden Staaten, Bürgerkriegen, nationalem und internationalem Terrorismus … . Eine wichtige Rolle spielt für Wolfssohn, dass politisches Denken sich am auf dem Nationalstaatsgedanken basierenden Völkerrecht orientiert. Problem bleibt, dass Grenzziehungen oft genug willkürlich waren und sind und so oft genug auch von den Völkern nicht akzeptiert werden. Er plädiert für ein radikales Umdenken, weg von diesem traditionellen Staatenmodell, hin zu föderativen Systemen, die die problematischen Folgen der „alten“ Orientierung im Blick auf den Weltfrieden überwinden helfen können. „Was also tun? Ich fasse meine These noch einmal zusammen. Das Schlüsselwort heißt Föderalisierung“. Hier muss man zwischen zwei Grundformen unterscheiden: der territorialen und der personalen Selbstbestimmung der jeweiligen Gemeinschaften.“2

zum Autor:

Michael Wolffsohn, Prof. Dr., geb. 1947 in Tel Aviv, stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, die 1939 nach Palästina fliehen musste. Von 1981 bis 2012 war er Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehruniversität München.




Einordnung für die Bildungsarbeit



Friede und Friedenspolitik sind Kernthemen in vielen Zusammenhängen Globalen Lernens. Dieses Buch bietet eine in Lehrbüchern nicht unbedingt übliche Perspektive (die zudem in einem eigenen Grafikteil zusätzlich veranschaulicht wird) auch für die Diskussion in fortgeschrittenen (Leistungs)Kursen der Fächerr der politischen Bildung in der Sekundarstufe II.





Martin Geisz, Juli 2015


1S.16f.

2S. 189